Werk Wolfsburg investiert stark in Digital-Lösungen

30.1.2020. Die Marke Volkswagen Pkw stärkt die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit ihres Stammwerks in Wolfsburg auch im laufenden Geschäftsjahr. „Wir haben in 2019 viel erreicht. Um noch effizienter zu werden, wollen wir am Standort Wolfsburg allein 2020 einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Digitalisierung unserer Prozesse und das Thema Industrie 4.0 investieren“, so Stefan Loth, Leiter des Werks Wolfsburg, auf dem diesjährigen Standortsymposium.

Allein in 2019 führten die Mitarbeiter im Werk 400 Workshops zu Effizienzmaßnahmen durch. Die daraus resultierenden Maßnahmen sind zum überwiegenden Teil bereits umgesetzt und haben zu mehr Geschwindigkeit und sinkenden Kosten beigetragen.

„Wir haben beim Thema Effizienz und trotz einiger Herausforderungen im vergangenen Jahr weitere Fortschritte gemacht“, sagte Andreas Tostmann, Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen. „Das ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft, die hier gute Arbeit geleistet hat und der ich dafür herzlich danke.“ Tostmann betonte aber auch, dass es jetzt gelte, „in den Anstrengungen nicht nachzulassen.“

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagte: „Die Belegschaft im Stammwerk Wolfsburg hat in einem schwierigen Jahr Flexibilität bewiesen und eine Top-Leistung gezeigt. Gleichzeitig verbesserte sie mit Ideen und Vorschlägen immer wieder die Produktionsanlagen und erhöhte so die Produktivität. Volkswagen investiert außerdem erheblich in das Werk Wolfsburg. Diese Innovationen aus der Belegschaft und die Investitionen öffnen die Tür für neue Produkte. Die Mannschaft im Stammwerk ist dafür bereit.“

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen lag bei digitalen Lösungen. Das Highlight und weltweit in der Automobilindustrie einmalig: Im Werk werden künftig Schweißpunkte an den Karossen nicht mehr manuell mit Ultraschall, sondern automatisiert per Ultraschall geprüft und die Daten in Echtzeit in ein IT-System überführt. Loth: „Es ist ein Riesenschritt in puncto Effizienz für das Werk und eine tolle Idee der Belegschaft.“ Nach Umsetzung des Projekts liegt die jährliche Kostensenkung bei rund drei Millionen Euro. Die Lösung soll anschließend sukzessive auf andere Standorte übertragen werden.

Ein weiteres Beispiel für mehr Effizienz ist das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration. In Wolfsburg überprüfen und justieren seit Ende 2019 Roboter die Ausrichtung der Scheinwerfer der Fahrzeuge. Mitarbeiter müssen die Scheinwerfer nur noch einschalten und nicht mehr aussteigen und anschließend selbst justieren. Eine weitere Einsparung in Millionenhöhe ergibt sich, wenn im Laufe des Jahres erstmals Roboter die Türen und Heckklappen in die Fahrzeuge einhängen werden. Daten wie beispielsweise die der Spaltmaße werden automatisch von einer IT-Lösung weiterverarbeitet.

Loth: „Den Weg zum digitalen Werk werden wir in 2020 weiter konsequent mit der ganzen Mannschaft gehen.“

Auch mit dem Demografie-Projekt STARK hat das Werk Wolfsburg 2019 ein Ausrufungszeichen gesetzt, wenn es um den Einsatz von Menschen mit Tätigkeitseinschränkungen in der Fertigung geht: Bis zu 300 Beschäftigte auf 70 Arbeitsplätzen arbeiten dort Hand in Hand – wertschöpfend und wertgeschätzt fertigen diese Mitarbeiter mit Tätigkeitseinschränkungen im laufenden Taktbetrieb jeden Tag 1.200 Cockpits an besonders eingerichteten Arbeitsplätzen.

Werk Wolfsburg investiert stark in Digital-Lösungen
Werkleiter Stefan Loth (links) sowie die Betriebsräte Daniela Cavallo (3. v.l.) und Bernd Osterloh (2. v.r.) besichtigten gemeinsam mit den Vorständen Oliver Blume (2. v.l.), Ralf Brandstätter (rechts) und Andreas Tostmann (3. v.r.) das automatisierte und robotergesteuerte Scannen von Spaltmaßen auf einer Golf-Linie des Werkes Wolfsburg.
(Foto: Volkswagen AG)