Mercedes-Benz C 111 bei der Silvretta Classic 2014

3. Juli 2014 bis 6. Juli 2014

24.6.2014. Stuttgart. Mercedes-Benz Classic bringt den legendären C 111 zur Silvretta Classic Rallye Montafon 2014 zurück auf die Straße.

Das faszinierende Forschungsfahrzeug nimmt in einer einzigartigen Variante mit V8-Motor an der Gleichmäßigkeitsfahrt durch das Montafon teil. Der C 111 mit 3,5-Liter-V8-Motor entsteht 1970, ein Jahr nachdem der zur Erprobung des Rotationskolbenantriebs entwickelte Flügeltür-Sportwagen auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main (IAA) debütierte.

Bei der 17. Auflage der Silvretta Classic, die im Juli 2014 über die Silvretta-Hochalpenstraße und andere Gebirgsrouten der österreichischen Alpen führt, stehen der C 111 und weitere herausragende Fahrzeuge von Mercedes-Benz für die historische Kontinuität der Wechselwirkung von Sportlichkeit und Innovation: Zum exklusiven Starterfeld der Silvretta Classic Rallye Montafon gehören anlässlich von 120 Jahren Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz auch der von Markenbotschafter Karl Wendlinger gefahrene SSK Rennsportwagen aus dem Jahr 1928 sowie ein Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198).

Die seit 1998 ausgetragene Silvretta Classic Rallye Montafon zählt zu den wichtigsten Klassiker-Veranstaltungen Europas. Am 3. Juli 2014 starten mehr als 150 ausgewählte historische Automobile zur 17. Auflage der Gleichmäßigkeitsfahrt in Partenen (Österreich), die am 6. Juli endet.

Im hochrangig besetzten Teilnehmerfeld sticht in diesem Sommer der C 111 aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic heraus: 45 Jahre nach der Premiere des Forschungsfahrzeugs, mit dem Mercedes-Benz insbesondere den Einsatz des Wankelmotors erprobt, kehrt der visionäre Flügeltür-Sportwagen zur Silvretta Classic auf die Straße zurück.

Im Gegensatz zu den anderen C 111-Fahrzeugen, die Mercedes-Benz mit dem von Felix Wankel erfundenen Rotationskolbenantrieb baut (jeweils sechs Exemplare im Jahr 1969 mit Dreischeibenmotor und sechs Fahrzeuge 1970 mit Vierscheibenmotor), trägt dieser C 111 einen Hubkolbenmotor im Heck: Die Mercedes-Benz Ingenieure des Prototypenbaus in Sindelfingen implantieren 1970 einen 3,5-Liter-V8-Motor aus der Serienproduktion in ein C 111-Chassis der zweiten Generation, um so einen direkten Vergleich zum Vierscheiben-Wankelmotor zu ermöglichen. Dieser V8-Motor kommt erstmals 1969 in den Oberklasse-Modellen Mercedes-Benz 300 SEL 3.5 (W 109) sowie 280 SE 3.5 Coupé und Cabriolet (W 111) zum Einsatz und ermöglicht auch beim 1971 eingeführten 350 SL (R 107) ein sportliches Fahrerlebnis.

Diesen Schritt haben die Ingenieure des Prototypenbaus in Sindelfingen nun wiederholt: Im originalen Chassis von 1970 arbeitet wieder ein 3,5-Liter-V8-Motor des Typs M 116. Diese authentische Rekonstruktion des Einzelstücks von 1970 bringt nicht nur die Faszination des technisch und ästhetisch wegweisenden C 111 auf die Straße zurück, sondern steht auch für die Wechselwirkung zwischen Sportlichkeit und Innovation, die in den Fahrzeugen der Stuttgarter Marke von jeher zum Ausdruck kommt. Dieses Leitmotiv findet sich nicht nur in den erfolgreichen Rennwagen aus 120 Jahren Mercedes-Benz Motorsportgechichte, sondern auch in visionären Forschungsfahrzeugen wie dem C 111 und exklusiven Seriensportwagen, wie sie zum Beispiel der Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1957 und der kommende Mercedes-AMG GT (C 190) verkörpern.

Innovation und die Tradition sportlicher Exzellenz

„Die Silvretta Classic Rallye Montafon steht in besonderer Weise für die enge Verbindung innovativer Technik und sportlicher Exzellenz in der Markengeschichte von Mercedes-Benz“, sagt Michael Bock, Leiter von Mercedes-Benz Classic. „Auf den schönen Hochalpenstraßen des Montafon sind bei dieser Klassik-Rallye der C 111, ein 300 SL Roadster und ein SSK aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic als Zeugen herausragender Ingenieurleistungen und Rennerfolge vergangener Jahrzehnte unterwegs. Gleichzeitig findet auf der Route der Silvretta Classic die 5. Silvretta E-Auto Rallye Montafon für modernste Automobile mit alternativen Antrieben statt. Mercedes-Benz unterstützt somit den einzigartigen Dialog zwischen der begeisternden Geschichte und der faszinierenden Zukunft des Automobils“, fügt Michael Bock hinzu.
Automobile „Gipfelkonferenz“

Im Kalender der exklusiven Klassiker-Termine sticht die Silvretta Classic nicht zuletzt durch die einzigartige Landschaft der österreichischen Alpen heraus. Über den Blick von der Silvretta-Hochalpenstraße schreibt Hans Eberhard Friedrich in seinem Mercedes-Benz Autoreisebuch „Sternfahrten Österreich und Ostalpen“ bereits 1956 voller Begeisterung: „Der Endpunkt dieser berühmten Straße […] ist die Bielerhöhe auf 2.032 Meter, von der man einen an die schönsten Schweizer Perspektiven erinnernden Blick auf die Steinmonstren der Silvretta-Gruppe und des Rätikons genießt.“

Die Silvretta Classic Rallye Montafon, die als Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsprüfung vom Fachverlag Motor Presse Stuttgart ausgerichtet wird, startet am 3. Juli 2014 (Donnerstag) in Partenen zur 110 Kilometer langen Etappe über eben diese Silvretta-Hochalpenstraße auf die Bielerhöhe und weiter nach Schruns. Am 4. Juli (Freitag) führt die Rallye 290 Kilometer weit nach Gaschurn. Am dritten Tag (Samstag, 5. Juli) steht die 127 Kilometer lange Etappe durch Vorarlberg an, die mit dem „Großen Preis von Vandans“ endet. Mit dem Rahmenprogramm am 6. Juli (Sonntag) endet die Rallye. Insgesamt gehen rund 150 klassische Automobile in sechs Klassen an den Start.

Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic bei derSilvretta Classic Rallye Montafon 2014

Mercedes-Benz SSK 27/170/225 PS (W 06, 1928)
Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen der Mercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK (W 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz und bringt neben der besonderen Sportlichkeit auch den verkürzten Radstand zum Ausdruck. Im Sommer 1928 gewinnt Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. 1930 und 1931 verhilft ihm der SSK zum Gewinn der Europa-Bergmeisterschaft. Die gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt, erzielt ebenfalls spektakuläre Erfolge. Zu den bedeutendsten zählt der Sieg beim legendären 1000-Meilen-Rennen „Mille Miglia“: Das strapaziöse Straßenrennen von Brescia nach Rom und zurück gewinnt Rudolf Caracciola auf SSKL im April 1931 als erster nicht aus Italien stammender Fahrer.
Technische Daten Mercedes-Benz SSK (W 06, Straßenversion)
Produktionszeitraum: 1928-1930
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 Kubikzentimeter
Leistung: 125 kW (170 PS), mit Kompressor 165 kW (225 PS) Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h

Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198, 1957-1963)
Mercedes-Benz stellt den 300 SL Roadster im März 1957 auf dem Genfer Automobil-Salon als Nachfolger des Flügeltür-Coupés 300 SL vor. Technisch entspricht der offene Sportwagen weitgehend dem Coupé, allerdings erlaubt der modifizierte Gitterrohrrahmen den Einbau herkömmlich angeschlagener Türen. Verbessert zeigt sich auch das Fahrwerk mit einer Eingelenk-Pendelachse mit tiefgelegtem Drehpunkt, die im 300 SL Roadster erstmals eine Ausgleichsfeder besitzt. Von 1958 ist der Roadster auf Wunsch auch mit einem abnehmbaren Coupédach erhältlich. Vom serienmäßigen 300 SL Roadster leiten die Mercedes-Benz Ingenieure die Rennsportvariante 300 SLS ab, auf dem Paul O’Shea die amerikanische Sportwagenmeisterschaft des Jahres 1957 in der Kategorie D gewinnt. 1963 läuft die Produktion des 300 SL Roadsters aus, insgesamt werden in sieben Jahren genau 1.858 Exemplare des hoch exklusiven Sportwagens gebaut.

Technische Daten Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198)
Produktionszeitraum: 1957-1963
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter
Leistung: 158 kW (215 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 250 km/h
Mercedes-Benz Experimentalfahrzeug C 111 mit V8-Motor (1970)
Mercedes-Benz stellt den C 111 im September 1969 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurter am Main (IAA) vor. Das Forschungsfahrzeug mit extremer Keilform und Flügeltüren besitzt eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und wird von einem Dreischeiben-Wankelmotor mit 206 kW (280 PS) Leistung angetrieben. Der futuristisch anmutende Sportwagen ist bis zu 270 km/h schnell. Im folgenden Jahr wird die überarbeitete Version des C 111 auf dem Genfer Automobil-Salon vorgestellt, nun von einem Vierscheiben-Wankelmotor mit 257 kW (350 PS) Leistung angetrieben. In dieser Version beschleunigt der C 111 in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h. Diese zweite Version des Forschungsfahrzeugs dient auch als Basis für eine V8-Variante des C 111 mit dem Serienmotor M 116 (147 kW/200 PS), die die Mercedes-Benz Ingenieure und Techniker zu Vergleichen mit dem Wankel-Sportwagen verwenden. Den zahlreichen Bestellungen zum Trotz bleibt der C 111 ein reines Experimentalfahrzeug und wird nicht in Serie gebaut. Stattdessen entwickelt Mercedes-Benz später auf dieser Basis eine Reihe von Rekordfahrzeugen: Den C 111-II D (1976) und den C 111-III (1977-1978, beide mit Fünfzylinder-Dieselmotor) und den C 111-IV (1979, V8-Ottomotor mit Turboaufladung).

Technische Daten Mercedes-Benz C 111 mit V8-Motor
Produktionszeitraum: 1970
Zylinder: V8
Hubraum: 3.499 Kubikzentimeter
Leistung: 147 kW (200 PS)

Der Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic bei derSilvretta Classic Rallye Montafon 2014
Karl Wendlinger
Geboren am 20. Dezember 1968 in Kufstein, Österreich

Der Einstieg in den Motorsport gelingt Karl Wendlinger als Vierzehnjährigem im Kartsport. 1989 gewinnt er den Titel in der deutschen Formel-3-Meisterschaft. In den Jahren 1990 bis 1991 gehört der Österreicher neben Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen zum Mercedes-Juniorteam und geht in der Sportwagen-Weltmeisterschaft an den Start. 1991 wechselt er in die Formel 1. Ab 1994 fährt Wendlinger zusammen mit Heinz-Harald Frentzen für das Team Sauber-Mercedes. Es folgen Engagements in der DTM, in der Formel 3000 und bei den 24 Stunden von Le Mans. Zu seinen wichtigsten Erfolgen auf der Rennstrecke zählen der Gewinn der FIA-GT-Meisterschaft (1999), der 1. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans in der GTS-Klasse (im gleichen Jahr), der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona im Jahr 2000 und der 2. Platz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (2003). Von 2004 bis 2011 startet Karl Wendlinger in der FIA-GT-Meisterschaft für verschiedene Teams, 2007 wird er Vizemeister mit Jetalliance Racing.