28.8.2019 – Informationsveranstaltung im Volkswagen Werk Emden

29.8.2019. Bei einer Informationsveranstaltung mit rund 6.000 Beschäftigten im Werk Emden hat Werkleiter Andreas Dick in Anwesenheit des zukünftigen Werkleiters Uwe Schwartz und des Betriebsratsvorsitzenden Manfred Wulff die Volkswagen Beschäftigten über die umfangreiche Transformation des Standorts Emden und über die finale Freigabe der dafür erforderlichen Finanzmittel unterrichtet.

Zugleich verabschiedete sich Dick, der zum 1. September als Technical Vice President und Mitglied des Vorstands zu FAW-Volkswagen Automotive Co. Ltd nach China wechselt, von der Belegschaft. Er dankte den Beschäftigten für ihren Einsatz und ermutigte, in den Anstrengungen für die zukunftsfeste Aufstellung des Standorts nicht nachzulassen.

Werkleiter Dick sagte: „In den vergangenen drei Jahren haben wir hier am Standort gemeinsam darum gekämpft, das Werk zukunftsfest aufzustellen. Das war eine Kraftanstrengung und eine starke Mannschaftsleistung. Dafür danke ich allen von Ihnen, die sich nach Kräften eingesetzt haben. Wir haben viel für Emden erreicht.“ Dick sagte allerdings auch: „Der Vorstand setzt großes Vertrauen und Zuversicht darauf, dass die Transformation des Standortes eine Erfolgsgeschichte wird und stellt für die Entwicklung und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sehr viel Geld bereit. Doch wenn der Umbau gelingen soll, kommt es auch im Werk Emden auf jeden Einzelnen an. Nutzen Sie die Chance, lassen Sie bei Einsatz und Kraftanstrengung nicht nach, sichern Sie gemeinsam Ihre Zukunft. Dabei wünsche ich Ihnen, der gesamten Mannschaft und Ihrem künftigen Werkleiter Uwe Schwartz viel Erfolg!“

„Im Herbst letzten Jahres haben wir im Aufsichtsrat wichtige Weichen für die Zukunft des Automobilbaus in Emden gestellt. Nun freuen wir uns über die Investitionszusagen des Vorstandes. Sie passen hervorragend zu unserer Beschäftigungsgarantie bis Ende 2029 und geben uns und unseren Familien Sicherheit. Eine Milliarde Euro Investitionen in unseren Standort sind ein klares Bekenntnis zur Emder Mannschaft. So bestätigen wir nachhaltig unsere Beschäftigung und haben endlich die notwendige Planungssicherheit. Der Vorstand hat gemeinsam mit uns definiert, welche Hallen neu gebaut werden und welche wir erweitern. In der neuen MEB-Halle werden wir ab 2022 die E-Modelle einrüsten und vernünftig hochfahren und zeitgleich den Arteon, die Passat Limousine und den Shootingbrake in den alten Hallen für einige Jahre erfolgreich bauen. Nun gilt, es die Region und die Emder Belegschaft auf die Elektromobilität vorzubereiten und mitzunehmen“, so der Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff.

Der neue Werkleiter Uwe Schwartz betonte: „Ich freue mich auf die neuen Aufgaben in Emden und bin überzeugt, dass wir hier als Mannschaft – aufgrund des häufig beschworenen Emder Teamgeistes – die an uns gestellten Aufgaben meistern werden. Hier in Emden entsteht in den nächsten Jahren die zweite Automobilfabrik, die rein elektrische Fahrzeuge für den Volkswagen Konzern produzieren wird. Wir stellen Emden absolut wettbewerbsfähig auf. Wir, als Emder Team, erarbeiten uns nachhaltige Beschäftigungsperspektiven hier am Standort. Das ist eine große Herausforderung und wird uns noch viel abverlangen. Lassen Sie uns voll Tatkraft fortsetzen, was Sie bereits mit großem Erfolg in Gang gesetzt haben.“

Der Volkswagen Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Standort Emden zu einem der ersten reinen Standorte für Elektromobilität in Europa umzubauen. Mit der Freigabe der geplanten Investitionen können nun die erforderlichen baulichen Veränderungen Schritt für Schritt geplant, beantragt und umgesetzt werden. So kann sich der Standort Emden für die bevorstehende Transformation wettbewerbsfähig aufstellen.

Die neuen Elektro-Fahrzeuge basieren auf dem neuen Modularen-Elektro-Baukasten, kurz MEB. Für Emden ist der sogenannte „Start of Production“ der MEB-Fahrzeuge für Ende 2021 geplant. Bis zur vollständigen Einrüstung für die ersten vollelektrischen Fahrzeuge werden am Standort weiterhin Passat Variant und Passat Limousine sowie der Arteon produziert.

Um den Herausforderungen des MEB gerecht zu werden, wird das Werk in mehreren Phasen umgebaut, teils müssen neue Produktionsbereiche errichtet werden:

Im Bereich des Presswerkes wird eine Fläche zur Einrüstung der zusätzlichen Presswerkzeuge für die Fertigungsumfänge des MEB entstehen.

Die Produktionsflächen des Karosseriebaues werden um 12.200 Quadratmeter erweitert, um die Fertigungsumfänge des MEB zu integrieren.

Eine neue Halle mit einer Fläche von 23.900 Quadratmetern für den MEB Unterbau wird derzeit geplant.

Die Modernisierung der Lackiererei, unter anderem, um eine neue Fördertechnik zu integrieren, aber auch die Erweiterung um eine neue „Bi-Color-Halle“ zum Schwarzlackieren der Fahrzeugdächer ist mit einer Fläche von 5.760 Quadratmetern in Planung.

Des Weiteren erfolgt eine Modernisierung des Steuerhauses in der Montagehalle 2 mit neuer Fördertechnik.

Kern des Fabrikumbaus ist allerdings eine neue Montagehalle. Die Halle 20, inklusive der Anbindung an die jetzige Montagehalle 7, soll auf einer Fläche von 49.000 Quadratmetern entstehen. Hier sollen zukünftig bei modernen und ergonomisch optimierten Arbeitsbedingungen, die Fahrzeuge auf MEB-Basis montiert werden.

Zudem soll zur logistischen Versorgung der Montagehalle ein neues Hochregallager und ein automatisiertes Kleinteillager neben der jetzigen Logistikhalle, dem sogenannten LOC, entstehen.

Ab 2022 werden dann künftig die Elektrofahrzeuge vom Band laufen. Spätestens 2025 will die Marke insgesamt mit mehr als eine Million E-Autos pro Jahr verkaufen, um in der E-Mobilität Weltmarktführer zu sein.

MEB (Foto: Volkswagen AG)