Mercedes-Benz beim Goodwood Festival of Speed 2014

17.6.2014. Die rauschenden Siege der Mercedes-Benz Silberpfeile sind glänzende Höhepunkte in der Motorsportgeschichte der Stuttgarter Marke – von den Anfängen vor 120 Jahren bis zum aktuellen Geschehen auf den Rennstrecken der Welt.

Diese einzigartige Kontinuität sportlicher Exzellenz spiegelt sich im Motto des Goodwood Festivals of Speed 2014 wider: Unter dem Titel „Addicted to Winning – The Unbeatable Champions of Motor Sport“ („Siegessüchtig – die unschlagbaren Meister des Motorsports“) zelebriert der Earl of March and Kinrara vom 26. bis 29. Juni 2014 in Goodwood (Sussex, England) die Faszination von Wettkampf und Sieg auf der Rennstrecke.

Mercedes-Benz Classic ist mit einem besonders starken Engagement beim Festival of Speed präsent: über ein Dutzend legendärer Siegerfahrzeuge aus der eigenen Fahrzeugsammlung sowie zahlreiche Markenbotschafter lassen die Motorsportgeschichte der Marke lebendig werden. Zu den Höhepunkten zählt auch die in jedem Jahr aufs Neue geschaffene Skulptur „Central Feature“, die Bildhauer Gerry Judah diesmal zum Thema Mercedes-Benz Motorsportgeschichte gestaltet.

Die Skulptur ist auch als Highlight in einem Update des Rennspiels „Gran Turismo®6“ enthalten, das beim Goodwood Festival of Speed Premiere hat.

Die magischen Momente in 120 Jahren Motorsport von Mercedes-Benz, das sind vor allem jene alles überstrahlende Siege, welche die Rennwagen der Stuttgarter Marke und ihre Fahrer zu Legenden werden lassen: Da ist der Dreifachsieg der Mercedes Grand-Prix-Rennwagen vor 100 Jahren beim Großen Preis von Frankreich 1914. Die Geburt der Silberpfeile 1934. Zum international bewunderten Coup wird das einzige Rennen des Mercedes-Benz W 165 vor 75 Jahren – beim Grand Prix von Tripolis holt der Silberpfeil einen überragenden Doppelsieg. Doppelweltmeister und Rekordzeit bei der Mille Miglia in den Nachkriegsjahren. Der Triumph der Sauber-Mercedes C 9 vor 25 Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans 1989 schließlich ist nichts weniger als die Ouvertüre für die Rückkehr von Mercedes-Benz in den Rundstreckensport.

An diese und viele weitere legendäre Siege erinnert Mercedes-Benz Classic beim Festival of Speed im Juni 2014 mit Rennwagen aus Epochen von der Frühzeit des Motorsports über die Zeit der klassischen Silberpfeile bis zu DTM und Formel 1 der vergangenen Jahre. Neben den Fahrzeugen sind berühmte Rennfahrer als Markenbotschafter bei Mercedes-Benz Classic in Goodwood zu Gast. Vor der einzigartigen Kulisse des im 18. Jahrhundert gebauten Goodwood House begeistern Zeitzeugen vergangener Epochen wie Hans Herrmann und Sir Stirling Moss und heutige Rennsport-Idole wie Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Exzellentes Leitmotiv der Motorsportgeschichte

„Es ist eine außerordentliche Leistung, seit 120 Jahren immer wieder an der Spitze der Entwicklung im Motorsport zu stehen“, sagt der Gründer und Organisator des Goodwood Festival of Speed, Lord March, über die einzigartige Rennporttradition von Mercedes-Benz. „Deshalb sind wir stolz, diese Tradition mit dem spektakulärsten Central Feature aller Zeiten zu ehren.“ (“To have been at the forefront of motor sport for 120 years is extraordinary and we’re proud to honour them with our most spectacular Central Feature ever in 2014.”)

Das „Central Feature“ ist eine das Festivalgelände überragende Skulptur am Goodwood House, die der renommierte britische Bildhauer Gerry Judah jedes Jahr zu einem anderen Thema erschafft. Bereits 2001 setzte der Künstler Mercedes-Benz auf spektakuläre Weise in Szene, als ein 300 SL „Gullwing“ (W 198) auf einem blau erleuchteten Stahlkegel schwebte. Judahs neuestes Kunstwerk zum Thema 120 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz setzt die Rennwagen Mercedes-Benz W 25 (1934) und MERCEDES AMG PETRONAS F1 W04 (2013) spektakulär in Szene. Der Künstler spannt damit einen faszinierenden Bogen aus der Geburtsstunde der Silberpfeile zu ihren Erfolgen der Gegenwart. Die Skulptur verspricht auch architektonisch die herausfordendste Installation in der Tradition dieser Kunstwerke zu sein.

Goodwood Central Feature 2014 exklusiv in Gran Turismo®6 integriert

Die künstlerische Hommage an die Mercedes-Benz Rennsport-Historie wird zudem per kostenlosem Update realitätsgetreu in den Rennspiel-Hit Gran Turismo®6 für PlayStation® 3 integriert – zeitgleich verfügbar zur feierlichen Enthüllung vor Ort.

In Goodwood stellen Sony Comupter Entertainment Europe und Polyphony Digital Inc. ein Update für Gran Turismo®6 vor, das ab 26. Juni, 23 Uhr MEZ als kostenloser Download für die weltweite Fangemeinde des Spiels verfügbar sein wird – parallel zur festlichen Enthüllung des Central Displays vor Ort. Spiele- und Rennsportfans können während des Festivals of Speed an zahlreichen Spielstationen ihr fahrerisches Können auf der aktualisierten Goodwood-Strecke unter Beweis stellen – unter anderem mit dem Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo. Diesen wahrgewordenen Traum eines Sportwagens hatten die Mercedes-Benz Designer 2013 anlässlich des 15. Geburtstags der Gran Turismo-Serie für das PlayStation-3-Rennspiel Gran Turismo®6 entwickelt. Festival-Besucher dürfen diese exklusive Design-Studie auch als ein im Maßstab 1:1 aufgebautes Showcar vor Ort bewundern.
Prominenter Gast in Goodwood ist Kazunori Yamauchi, Erfinder und Produzent der Gran Turismo Reihe sowie Präsident von Polyphony Digital Inc., dem Entwicklungsstudio von Gran Turismo®6. Als passionierter Rennfahrer wird Kazunori Yamauchi in einem Mercedes-Benz 300 SLS am Festival teilnehmen. Diese Sportwagen-Ikone aus den 1950er-Jahren ist eine Sonderausführung des 300 SL Roadster, eines von weltweit zwei Exemplaren, die speziell für die Teilnahme an der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft entwickelt wurden. Um seinerzeit bei diesen Rennen siegreich zu sein, wurde der serienmäßige Roadster nach allen Regeln der Kunst zum SLS modifiziert.
Für Mercedes-Benz und Gran Turismo schließt sich beim diesjähringen Goodwood Festival of Speed so der Kreis vom historischen Rennwagen 300 SLS bis zur ultramodernen Zukunftsvision Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo.
Faszinierende Partnerschaft
Die exklusive Präsenz von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed wird durch zahlreiche Sammler ergänzt, die mit ihren herausragenden Klassikern nach Goodwood kommen. So werden beim Festival of Speed unter anderem alle drei erhaltenen Mercedes Grand-Prix-Rennwagen aus dem Jahr 1914 zusammenkommen. Zudem spielt Mercedes-Benz mit aktuellen Sportwagen und mit Fahrzeugen der Performance-Marke Mercedes-AMG eine tragende Rolle bei der Moving Motor Show und im Supercar Paddock.
Die faszinierende Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine macht bei der liebevoll als „größte motorisierte Gartenparty der Welt“ bezeichneten Veranstaltung immer wieder deutlich, dass große Rennsiege ein Ergebnis der perfekten Verbindung von wegweisender Technik, großartigem sportlichem Können am Lenkrad und ausgefeilter Strategie an der Box sind. Für eine einzigartige Kontinuität dieser Werte stehen die magischen Momente aus 120 Jahren Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz.
„Die starke Präsenz unserer Markenbotschafter gepaart mit unseren historisch erfolgreichen Rennwagen gehören auf der berühmten Bergrennstrecke von Goodwood House sicherlich zum Höhepunkt des diesjährigen Festival of Speed – und damit zum Höhepunkt der gesamten Klassiker-Saison 2014, die für uns im Zeichen von 120 Jahren Motorsport von Mercedes-Benz steht“, sagt Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic und Kundencenter. „Dazu passt das Motto des diesjährigen Festival of Speed in ganz besonderer Weise.“
„Motorisierte Gartenparty“ als ein Höhepunkt im Kalender
Das Festival of Speed begeistert die Gemeinde der Motorsport-Liebhaber seit mehr als zwei Jahrzehnten. 1993 wurde das Treffen in Südengland zum ersten Mal ausgerichtet. Mittlerweile empfängt Charles Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara, jährlich weit über 150.000 Gäste auf seinem weitläufigen Landsitz. Eine starke Präsenz von Mercedes-Benz Classic gehört zu dieser Tradition des Festival of Speed: „Unsere Förderung von Goodwood hat eine gute, lange Tradition und ich freue mich, dass wir in diesem Juni mit unserem noch intensiverem Engagement zu einer würdigen Feier klassischer und moderner Fahrzeuge von Mercedes-Benz beitragen können“, sagt Michael Bock.
Die Strecke durch die Gartenanlage von Goodwood House geht auf die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück, heute ist sie Bühne einer einzigartigen Schau der Motorsport-Kultur. „Für mich ist es immer wieder ein magischer Moment, so viele der weltgrößten Rennfahrer und Fahrzeuge in Aktion auf meiner 1,16-Meilen-Strecke zu sehen“, sagt Lord March über die historische Bergrennstrecke von Goodwood. (“For me it is always magical to see so many of the world’s greatest drivers, riders and machines in action up my 1.16-mile drive.”) Neben dieser klassischen Piste bietet Goodwood auch eine 2,5 Kilometer lange Rallye-Strecke für entsprechende Fahrzeuge.
In diesem Jahr beginnt das Festival of Speed am Donnerstag, 26. Juni 2014 mit der „Moving Motor Show“ aktueller Serienfahrzeuge. Von Freitag, 27. Juni bis Sonntag, 30. Juni findet das eigentliche Festivalprogramm statt. In seinem Mittelpunkt stehen Wettbewerbsfahrzeuge und Sportwagen aus allen Epochen, die drei Tage lang eine Sinfonie des Motorsports und der Geschwindigkeit aufführen.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2014 Mercedes Grand-Prix-Rennwagen (1914)
Am 4. Juli 1914 feiert Mercedes beim französischen Grand Prix einen triumphalen Dreifachsieg von Christian Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer. Zu dem Rennen auf dem 37,6 Kilometer langen Rundkurs südlich von Lyon tritt die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit ihrem neu entwickelten Grand-Prix-Rennwagen an. 20 Runden über gut 750 Kilometer sind auf dem schwierigen Kurs zurückzulegen, dabei sieht sich Mercedes einer vermeintlich übermächtigen Konkurrenz gegenüber – vor allem von Peugeot und Delage aus Frankreich, Sunbeam aus England und Fiat aus Italien. Theodor Pilette und Max Sailer müssen nach technischen Problemen aufgeben, doch Christian Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer fahren nach mehr als 7 Stunden mit den verbleibenden Wagen ganz nach vorn: Der erste Dreifachsieg der Motorsportgeschichte ist perfekt. Weil das Reglement erstmals eine Hubraumbegrenzung auf 4,5 Liter vorschreibt, entwickelt Mercedes einen völlig neuen Vierzylindermotor mit oben liegender Nockenwelle sowie zwei Einlass- und zwei Auslassventilen pro Zylinder – erstmals wird damit die Vierventiltechnik in einem Mercedes-Motor verwirklicht. Der Rennmotor erreicht eine Höchstleitung von 78 kW (106 PS) bei der revolutionär hohen Drehzahl von 3.100/min.
Technische Daten Mercedes Grand-Prix-Rennwagen
Einsatz: 1914-1922
Zylinder: 4/Reihe
Hubraum: 4.483 Kubikzentimeter
Leistung: 78 kW (106 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Mercedes-Benz SSK 27/170/225 PS (W 06, 1928)
Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen der Mercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK (W 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz und bringt neben der besonderen Sportlichkeit auch den verkürzten Radstand zum Ausdruck. Im Sommer 1928 gewinnt Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. 1930 und 1931 verhilft ihm der SSK zum Gewinn der Europa-Bergmeisterschaft. Die gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt, erzielt ebenfalls spektakuläre Erfolge. Zu den bedeutendsten zählt der Sieg beim legendären 1000-Meilen-Rennen „Mille Miglia“: Das strapaziöse Straßenrennen von Brescia nach Rom und zurück gewinnt Rudolf Caracciola auf SSKL im April 1931 als erster nicht aus Italien stammender Fahrer.
Technische Daten Mercedes-Benz SSK (W 06, Straßenversion)
Produktionszeitraum: 1928-1930
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 Kubikzentimeter
Leistung: 125 kW (170 PS), mit Kompressor 165 kW (225 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
Mercedes-Benz 750-kg-Rennwagen W 125 (1937)
Als sich abzeichnet, dass der W 25 in der Saison 1936 trotz zweier Grand-Prix-Siege nicht mehr konkurrenzfähig ist, erhält die Rennabteilung mit Rudolf Uhlenhaut einen eigenen Technischen Leiter, der mit seinem Team unverzüglich die Entwicklung eines grundlegend neuen Rennwagens beginnt. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt, da die Tage der 750-Kilogramm-Formel gezählt sind und bereits ab 1938 ein vollkommen neues, hubraumbasiertes Reglement in Kraft treten soll. Nachdem er den W 25 unter Rennbedingungen eingehend erprobt hat, wählt Uhlenhaut für den Nachfolger W 125 eine revolutionäre Fahrwerkauslegung mit weicher Federung und kräftiger Dämpfung. Auch der Motor wird gründlich weiterentwickelt. Der Reihenachtzylinder mit Kompressoraufladung leistet nach einer Hubraumerhöhung auf 5,7 Liter bis zu 435 kW (592 PS) – rund 73 kW (99 PS) mehr als das Vorjahresmodell. Diese Motorleistung werden Grand-Prix-Rennwagen erst wieder in den späten 1980er-Jahren erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit des W 125 beträgt rund 320 km/h. Unverwechselbar ist der W 125 durch die drei Kühlöffnungen in der Frontpartie. Der neue Silberpfeil gewinnt gleich sein erstes Rennen, den Großen Preis von Tripolis (Libyen), mit Hermann Lang am Steuer. Mit insgesamt sieben Siegen, neun 2. und sechs 3. Plätzen dominiert er die Rennsaison 1937, und Rudolf Caracciola gewinnt zum zweiten Mal die Grand-Prix-Europameisterschaft.
Technische Daten Mercedes-Benz 750-kg-Rennwagen W 125
Einsatz: 1937
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 5.663 Kubikzentimeter
Leistung: 435 kW (592 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h
Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 (1939)
Den Rennwagen W 165 mit 1,5-Liter-V8-Motor entwickelt Mercedes-Benz für ein einziges Rennen – den Großen Preis von Tripolis in Mellaha (Libyen), das damals zu Italien gehört, im Jahr 1939. Grund dafür ist die Entscheidung der Veranstalter, das Rennen in der italienischen Kolonie nur für Fahrzeuge der sogenannten Voiturette-Formel mit 1,5-Liter-Motor auszuschreiben. Damit soll die deutsche Konkurrenz ausgebootet werden, denn weder Mercedes-Benz (Tripolis-Sieger in den Jahren 1935, 1937 und 1938) noch die Auto Union (Sieger 1936) kann einen Rennwagen für diese Klasse bieten. Doch die Stuttgarter Rennabteilung nimmt die Herausforderung an und baut in weniger als acht Monaten einen völlig neuen Monoposto für die 1,5-Liter-Formel. Dieser W 165 orientiert sich in vielen Konstruktionsdetails am aktuellen 3-Liter-Grand-Prix-Wagen W 154. Der mechanisch aufgeladene V8-Motor mit 1.493 Kubikzentimeter Hubraum leistet 187 kW (254 PS) bei 8.000/min, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 272 km/h. Die Rechnung der Entwickler um Rudolf Uhlenhaut geht auf: Die beiden Wagen, die am 7. Mai 1939 in Tripolis gegen die zahlenmäßig übermächtige Konkurrenz von 28 rot lackierten Voiturette-Rennwagen der Hersteller Alfa Romeo und Maserati an den Start gehen, erzielen einen triumphalen Doppelsieg. Hermann Lang gewinnt das spektakuläre Wüstenrennen zum dritten Mal, der amtierende Europameister Rudolf Caracciola wird Zweiter, und der schnellste italienische Wagen Alfa Romeo mit Emilio Villoresi am Steuer geht mit gut 4 Minuten Rückstand als Dritter durchs Ziel.
Technische Daten Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165
Einsatz: 1939
Zylinder: V8
Hubraum: 1.493 Kubikzentimeter
Leistung: 187 kW (254 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 272 km/h
Mercedes-Benz 2,5-Liter-Rennwagen W 196 R mit frei stehenden Rädern (1955)
Bei den meisten Formel-1-Rennen der Jahre 1954 und 1955 kommt nicht der Stromlinienwagen, sondern der klassische Monoposto mit frei stehenden Rädern zum Einsatz. Dieser ist für kurvenreiche Rennstrecken deutlich besser geeignet, weil er dem Fahrer ein viel besseres Maßnehmen in den Kurven ermöglicht. Wie die Stromlinienausführung, so gewinnt auch die klassische Version gleich ihren ersten Renneinsatz, den Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Sieger ist Juan Manuel Fangio, der bereits das Auftaktrennen in Reims gewonnen hat und mit einem 4. Platz beim Großen Preis von England erfahren muss, dass der Stromlinienwagen für kurvenreiche Strecken nur bedingt geeignet ist. Für seine zweite Saison wird der W 196 R überarbeitet: Das gerade Saugrohr ermöglicht eine auf 213 kW (290 PS) gesteigerte Motorleistung und ist durch die zusätzliche Wölbung auf der linken Seite der Motorhaube das äußere Erkennungsmerkmal der Version von 1955. Darüber hinaus setzt Mercedes-Benz den W 196 R mit unterschiedlichen Radständen ein, und auch die Anordnung der Trommelbremsen wird variiert. Das Ergebnis ist ein überlegener Rennwagen, der auch die Saison 1955 dominiert und Juan Manuel Fangio zu seinem zweiten Weltmeistertitel auf Mercedes-Benz verhilft.
Technische Daten Mercedes-Benz 2,5-Liter-Rennwagen W 196 R mit frei stehenden Rädern
Einsatz: 1954-1955
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 2.497 Kubikzentimeter
Leistung: 188 kW (256 PS) bis 213 kW (290 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 300 km/h
Mercedes-Benz 2,5-Liter-Stromlinienrennwagen W 196 R (1955)
1954 kehrt Mercedes-Benz mit einem völlig neu entwickelten Rennwagen in den Grand-Prix-Sport zurück. Der W 196 R erfüllt alle Bedingungen der neuen Grand-Prix-Formel der CSI (Commission Sportive Internationale): 750 Kubikzentimeter Hubraum mit oder 2.500 Kubikzentimeter ohne Kompressor, beliebige Zusammensetzung des Treibstoffs. Aus 2.496 Kubikzentimeter Hubraum leistet der W 196 R zunächst 188 kW (256 PS) bei 8.260/min im Jahr 1954 und 213 kW (290 PS) bei 8.500/min im Jahr 1955. Für 1954 wird zuerst die Stromlinienversion gebaut, weil das Auftaktrennen in Reims (Frankreich) sehr hohe Geschwindigkeiten zulässt. Danach folgt eine zweite Variante mit frei stehenden Rädern. Der Gitterrohrrahmen des W 196 R ist leicht und stabil, das Fahrwerk hat eine Drehstab-Aufhängung und eine neue Eingelenk-Pendelachse hinten sowie riesige turbogekühlte Duplex-Trommelbremsen. Als Antrieb wählen die Ingenieure einen Reihenachtzylindermotor mit direkter Einspritzung und desmodromischer (zwangsweiser) Ventilsteuerung, die hohe Drehzahlen jenseits der 8.000/min ermöglicht. Beim Auftaktrennen, dem Großen Preis von Frankreich am 4. Juli 1954, fahren Juan Manuel Fangio und Karl Kling mit dem W 196 R Stromlinienrennwagen einen Doppelsieg ins Ziel. Fangio beendet die Saison als Weltmeister. Mit der verbesserten Version des Stromlinienwagens gewinnt er 1955 den Großen Preis von Italien und ist am Ende der Saison erneut Weltmeister.
Technische Daten Mercedes-Benz 2,5-Liter-Stromlinienrennwagen W 196 R
Einsatz: 1954-1955
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 2.497 Kubikzentimeter
Leistung: 188 kW (256 PS) bis 213 kW (290 PS)
Höchstgeschwindigkeit: mehr als 300 km/h
Mercedes-Benz Rennwagen-Schnelltransporter „Blaues Wunder“ (1955)
Im Tross der Mercedes-Benz Rennabteilung sorgen 1955 nicht nur die Silberpfeile für Aufsehen, sondern auch eines der für ihren Transport eingesetzten Fahrzeuge: Der ab 1954 auf der Basis eines Typs 300 S als Einzelstück gebaute Rennwagen-Schnelltransporter dient 1955 für blitzschnelle Sondertransporte zwischen Rennstrecke und Werk. Er kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn einer der Rennwagen noch in letzter Minute verändert werden muss oder wenn einer der Silberpfeile einen Unfall hat und bis zum nächsten Rennen möglichst schnell repariert werden soll. Dann sprintet der blaue Schnelllaster mit seiner silbernen Last auf dem Rücken quer durch Europa. „Blaues Wunder“ wird dieses rasante Nutzfahrzeug mit Sportwagen-Genen genannt. Das Fahrwerk des 300 S trägt eine weit nach vorne weisende Kabine, deren fließende Formen unter anderem aus Teilen des Typs 180 „Ponton“ entstehen. Von der Kabine bis zum voll verkleideten Heck wirkt der Renntransporter wie aus einem Guss, die sonst übliche Trennung zwischen Kabine und Ladefläche ist kaum auszumachen. Angetrieben wird der schnelle Autotransporter von dem 3-Liter-Sechszylindermotor mit Direkteinspritzung, der auch im Sportwagen 300 SL arbeitet. Nach seiner aktiven Zeit wird das Original des Transporters für Fahrversuche eingesetzt und schließlich 1967 verschrottet. 2001 stellt Mercedes-Benz Classic den in siebenjähriger Arbeit nachgebauten Renntransporter als authentisches Unikat vor.
Technische Daten Mercedes-Benz Rennwagen-Schnelltransporter
Einsatz: 1955
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter
Leistung: 141 kW (192 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Mercedes-Benz 300 SLS (W 198, 1957)
Der Mercedes-Benz 300 SLS, eine Sonderausführung des 300 SL Roadster, entsteht 1957 in zwei Exemplaren für die amerikanische Sportwagenmeisterschaft, nachdem die Serienversion des brandneuen Modells in der Saison 1957 noch nicht in der „Standard Production“-Kategorie starten darf. Um in der einzigen alternativ möglichen Rennsport-Kategorie D nicht chancenlos zu sein, wird ein serienmäßiger Roadster nach allen Regeln der Kunst zum nur noch 970 Kilogramm wiegenden SLS abgespeckt. Die Motorleistung ist zudem auf    173 kW (235 PS) gesteigert. Mit dem SLS gewinnt Paul O’Shea die amerikanische Sportwagenmeisterschaft in der Kategorie D mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz – nachdem er den Titel bereits 1955 und 1956 auf dem 300 SL „Gullwing“ geholt hatte.
Technische Daten Mercedes-Benz 300 SLS (W 198)
Einsatz: 1957
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter
Leistung: 173 kW (235 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h
Mercedes-Benz 500 SLC Rallye-Fahrzeug (C 107, 1980)
Das 1980 eingesetzte 500 SLC Rallye-Fahrzeug der Baureihe C 107 ist das letzte Rallye-Fahrzeug von Mercedes-Benz, bevor die Marke ihr Engagement im Rallye-Sport beendet. Für den Wettbewerbseinsatz werden die seriennahen Fahrzeuge unter anderem durch neue Zylinderköpfe, modifizierte Getriebe und Veränderungen am Fahrwerk optimiert. Erstmals kommt im 500 SLC Rallye-Fahrzeug die Funkübertragung von Fahrzeugdaten zum Einsatz. Der größte Erfolg der Saison 1980 ist der Sieg von Björn Waldegaard bei der Bandama-Rallye. Das bis zu 250 kW (340 PS) starke Fahrzeug steht in der Tradition der seit 1978 im Rallye-Sport erfolgreichen SLC-Typen der Baureihe C 107 mit V8-Motoren.
Technische Daten Mercedes-Benz 500 SLC Rallye-Fahrzeug (C 107)
Einsatz: 1980
Zylinder: V8
Hubraum: 4.973 Kubikzentimeter
Leistung: 250 kW (340 PS)
Sauber-Mercedes Gruppe-C-Rennsportwagen C 9 (1989)
Die späten 1980er- und 1990er-Jahre sind geprägt durch die Rückkehr von Mercedes-Benz auf die Rennstrecken: Den Stern tragen zunächst die Rennsportwagen der Gruppe C. Der seit 1987 eingesetzte, 530 kW (720 PS) starke Sauber-Mercedes C 9 erfährt für die Saison 1989 auch optisch eine Veränderung: Die bisher überwiegend in schwarzer Livree angetretenen Boliden erhalten nun eine silberne Lackierung, die sie klar als Mercedes-Benz Silberpfeile identifizieren. Die neuen Rennwagen fahren 1989 und 1990 zusammen 16 Siege bei insgesamt 18 Rennen nach Hause. Dazu zählt das am 10. und 11. Juni 1989 stattfindende 24-Stunden-Rennen von Le Mans: Mit Silberpfeilen vom Typ C 9 erzielen die Mercedes-Benz Piloten Jochen Mass/Manuel Reuter/Stanley Dickens und Mauro Baldi/Kenny Acheson/Gianfranco Brancatelli einen Doppelsieg – 37 Jahre nach dem herausragenden Erfolg mit dem ersten Silberpfeil der Nachkriegszeit, dem Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194). Bis zum Jahr 1988 wird im C 9 der aus dem Vorgängermodell C 8 stammende Motor M 117 verwendet, ab der Saison 1989 arbeitet dann der neue Vierventiler M 119 in dem Rennwagen. Beide Motoren sind hochgezüchtete Weiterentwicklungen von Pkw-Serienmotoren, wie sie in der S-Klasse und im SL zum Einsatz kommen.
Technische Daten Sauber-Mercedes Gruppe-C-Rennsportwagen C 9
Einsatz: 1989-1990
Zylinder: V8
Hubraum: 4.973 Kubikzentimeter
Leistung: 530 kW (720 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 400 km/h
Penske-Mercedes PC 23 IndyCar (1994)
1994 gewinnt der Penske-Mercedes PC 23 die legendären 500 Meilen von Indianapolis im Ovalkurs (Indy 500). Zuletzt hat ein Mercedes-Rennwagen diesen prestigeträchtigen Titel erzielt, als Ralph de Palma im Jahr 1915 mit einem Mercedes 4,5-Liter-Grand-Prix-Rennwagen aus dem Jahr 1914 das Rennen gewinnt. Das Siegerfahrzeug von 1994 ist mit dem 754 kW (1.026 PS) starken V8-Motor Mercedes-Benz 500I ausgestattet, entwickelt von der britischen Motorenschmiede Ilmor, einem Ursprungsunternehmen des heutigen Rennmotorenherstellers Mercedes AMG High Performance Powertrains. Der völlig neu konstruierte Achtzylinder-Turbomotor, dessen Ventile von einer im Motorblock liegenden Nockenwelle über Stößelstangen gesteuert werden, nutzt eine Lücke im Reglement: Motoren, die diesem antiquierten Konstruktionsprinzip folgen, dürfen mit höherem Ladedruck betrieben werden. Dies bringt dem Penske-Mercedes Team ein Leistungsplus von rund 147 kW (200 PS) gegenüber der Konkurrenz. Al Unser jr. gewinnt 1994 auf dem 703 Kilogramm leichten PC 23 das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 258,9 km/h. Nach diesem spektakulären Sieg wird das Reglement umgehend geändert, und die Indy 500 von 1994 bleiben der einzige Renneinsatz des V8-Motors.
Technische Daten Penske-Mercedes PC 23 IndyCar
Einsatz: 1994
Zylinder: V8
Hubraum: 3.429 Kubikzentimeter
Leistung: 754 kW (1.026 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 412 km/h
Mercedes-Benz CLK-LM Rennsport-Tourenwagen (C 298, 1998)
Zur Saison 1997 steigt Mercedes-Benz in Kooperation mit AMG in den GT-Rennsport ein und startet in der FIA-GT-Meisterschaft. Der dafür entwickelte CLK-GTR ist der erste Produktionsrennwagen von Mercedes-Benz mit einem Mittelmotor. Äußerlich lehnt sich das Fahrzeug an die CLK Coupés der Baureihe C 208 an, es weist jedoch modernste Renntechnik auf, und sein V12-Motor leistet aus 6 Liter Hubraum rund 441 kW (600 PS). Bernd Schneider gewinnt mit dem CLK-GTR den Fahrertitel der FIA-GT-Meisterschaft 1997, die Markenmeisterschaft geht an AMG-Mercedes. Im Folgejahr geht ab Juni der weiterentwickelte CLK-LM an den Start, der mit einem V8-Motor ausgerüstet ist. Der CLK-LM gewinnt jedes Meisterschaftsrennen, bei dem er an den Start geht, und am Ende der Saison holen Klaus Ludwig und Ricardo Zonta den Fahrertitel, während AMG-Mercedes erneut die Markenwertung gewinnt.
Technische Daten Mercedes-Benz CLK-LM Rennsport-Tourenwagen (C 298)
Einsatz: 1998
Zylinder: V8
Hubraum: 4.986 Kubikzentimeter
Leistung: rund 441 kW (600 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 360 km/h
AMG Mercedes C-Klasse DTM 2006
Nachdem in der Saison 2000 die neue DTM unter dem Titel „Deutsche Tourenwagen-Masters“ ins Leben gerufen wird, starten die Teams zunächst mit Silhouette-Fahrzeugen auf Basis zweitüriger Coupés. Ab 2004 kommen wieder viertürige Limousinen zum Einsatz, und der AMG Mercedes C-Klasse Rennsport-Tourenwagen auf Basis der Baureihe W 203 geht an den Start. Das Wettbewerbsfahrzeug hat einen tragenden Gitterrohrrahmen mit Dach und Seitenwänden aus Stahl, in den die Sicherheitszelle für den Fahrer eingebaut ist. Äußere Verkleidungs- und Anbauteile sind aus leichtem und widerstandsfähigem Carbon-Kunststoff gefertigt. Angetrieben wird der Rennsport-Tourenwagen von einem modifizierten 4-Liter-V8-Motor, der sich in seiner Grundform bereits seit 2000 im DTM-Fahrzeug auf Basis des CLK bewährt hat. In der Saison 2005 gewinnt Mercedes-Benz acht der elf Rennen und Gary Paffett den Fahrertitel. Für die Saison 2006 gewährt das DTM-Reglement nur eine sehr limitierte Weiterentwicklung. Der neue Rennwagen unterscheidet sich daher kaum vom Meisterfahrzeug des Vorjahres. Bernd Schneider fährt bei allen zehn Rennen in die Top Fünf und kann sich am Ende erfolgreich gegen seinen Markenkollegen Bruno Spengler durchsetzen. Mit einem 4. Platz beim Abschlussrennen in Hockenheim wird er schließlich zum 5. Mal Deutscher Tourenwagen-Meister und ist damit der unangefochtene „Mister DTM“.
Technische Daten AMG Mercedes C-Klasse DTM (W 203)
Einsatz: 2004-2007
Zylinder: V8
Hubraum: 4.000 Kubikzentimeter
Leistung: 350 kW (476 PS)
Höchstgeschwindigkeit: ca. 280 km/h
Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (C 197, seit 2010)
Der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 wird im Herbst 2010 als exklusives Kundensport-Fahrzeug für Sprint- und Langstreckenrennen vorgestellt. Der Rennwagen entsteht nach dem GT3-Reglement der FIA (Fedération Internationale de l’Automobile), das unter anderem einen seriennahen Motor vorschreibt. So entspricht der 6,2-Liter-V8-Motor des GT3 nahezu jenem des Serienfahrzeugs, allerdings unterbietet der Rennwagen wegen seines geringeren Gewichts die bereits hervorragenden Beschleunigungswerte des Serienfahrzeugs (3,8 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h) noch einmal. Der V8-Motor hat auch im Rennfahrzeug eine Trockensumpfschmierung, um eine zuverlässige Schmierung bei hohen Querbeschleunigungen zu gewährleisten, wie sie auf der Rennstrecke auftreten. Der SLS AMG GT3 besitzt ein Sechsgang-Renngetriebe mit sequenzieller Schaltung, die vom Fahrer über zwei Schaltpaddles am Lenkrad bedient wird. Von der Saison 2010 an wird der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 erfolgreich bei verschiedenen Rennen eingesetzt. Alleine in der Saison 2013 erzielt der SLS AMG GT3 insgesamt 38 Siege und gewinnt 4 Meisterschaften: Die Blancpain Endurance Series, die FIA-GT Series, die Super Taikyu Series und die Race Trophy Austria.
Technische Daten Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (C 197)
Einsatz: seit 2010
Zylinder: V8
Hubraum: 6.208 Kubikzentimeter
Leistung: 420 kW (571 PS)
Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h (je nach Achsübersetzung)
MERCEDES AMG PETRONAS F1 W04 Formel-1-Rennwagen (2013)
Der MERCEDES AMG PETRONAS F1 W04 ist der vierte Grand-Prix-Rennwagen des 2010 gegründeten Mercedes-Benz Formel-1-Werksteams. Nico Rosberg und der neue Werksfahrer Lewis Hamilton – Weltmeister auf McLaren-Mercedes im Jahr 2008 – erzielen drei Rennsiege und insgesamt neun Podiumsplätze. Der W04 stellt eine intelligente Weiterentwicklung des Grundkonzepts von Mercedes-AMG aus der Saison 2012 dar. Am neuen Rennwagen fallen äußerlich insbesondere der fünfteilige Frontflügel und die Abkehr von der stark gestuften Frontnase des W03 auf. Letztmals kommt in diesem Rennwagen ein V8-Motor des Typs FO 108 zum Einsatz – ab der Saison 2014 ist in der Formel 1 eine Power Unit mit Hybridtechnik vorgeschrieben, zu der neben der elektrischen Antriebskomponente ein V6-Motor mit 1,6 Liter Hubraum gehört.
Technische Daten MERCEDES AMG PETRONAS F1 W04 Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2013
Zylinder: V8
Hubraum: 2.400 Kubikzentimeter
Die Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2014
Roland Asch
Geboren am 12. Oktober 1950 in Altingen
Der gelernte Kraftfahrzeugmeister Roland Asch beginnt seine Rennsportkarriere zunächst als Hobby, feiert aber Erfolge wie ein Profi: Nach dem Titel des Deutschen Bergmeisters 1981 und der Deutschen Rennsport-Trophäe 1983 folgt 1985 sein Debüt in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Dort wird er mit dem Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 des BMK-Teams 1988 Vizemeister. Dreimal gewinnt er Ende der 1980er-Jahre die Gesamtwertung des Porsche 944 Turbo Cups und holt 1991 den Meistertitel des Porsche Carrera Cups. Für Mercedes-Benz fährt er Anfang der 1990er-Jahre insgesamt fünf Siege und diverse gute Platzierungen in der DTM ein. 1993 wird er zum zweiten Mal Vizemeister der DTM und wechselt 1995 zu Ford in den Super Tourenwagen Cup. Als Markenbotschafter ist Roland Asch der Marke Mercedes-Benz bis heute eng verbunden.
Dario Franchitti
Geboren am 19. Mai 1973 in Edinburgh, Schottland
Der schottische Rennfahrer mit italienischen Wurzeln beginnt seine Motorsportkarriere Mitte der 1980er-Jahre im Kartsport und gewinnt schnell mehrere Meisterschaften in Großbritannien (schottischer Juniormeister 1984, britischer Juniormeister 1985 und 1986, schottischer Meister 1988). Er wechselt 1991 in den Formel-Sport (Formel Vauxhall Junior und Formel Vauxhall Lotus) und fährt ab 1994 in der britischen Formel-3-Meisterschaft. Für Mercedes-Benz startet Franchitti ab 1995 in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und dem International Touring Car Championship (ITC). 1995 erreicht der Brite auf AMG-Mercedes C-Klasse Rennsport-Tourenwagen (W 202) Platz 5 der DTM und Rang 3 in der ITC. Im Folgejahr wird die DTM nicht mehr ausgetragen, Franchitti erzielt in der ITC den 4. Platz in der Gesamtwertung. Ab 1997 startet der Brite dann in der nordamerikanischen CART-Serie für das Team Hogan Racing, dessen Fahrzeug von Mercedes-Benz Ilmor-Motoren angetrieben werden. In seiner Karriere, die er 2014 beendet, fährt Franchitty besonders erfolgreich in der IndyCar-Serie, wo er vier Meistertitel holt.
Lewis Hamilton
Geboren am 7. Januar 1985 in Stevenage, England
Lewis Hamilton fährt seit 2007 in der Formel 1, seit 2013 startet der Weltmeister (2008) in der Silberpfeil-Werksmannschaft MERCEDES AMG PETRONAS. Mit der Renntechnik von Mercedes-Benz ist Lewis Hamilton allerdings bestens vertraut, denn schon während seiner gesamten Formel-1-Karriere, die er 2006 bei McLaren-Mercedes beginnt, fährt er mit Motoren von Mercedes-Benz. Seine Rennsportkarriere beginnt der Brite bereits im Alter von acht Jahren im Kartsport, 1998 wird er in das McLaren Nachwuchsfahrer-Förderprogramm aufgenommen. Als Profi startet er erstmals 2001 in der britischen Formel Renault, außerdem nimmt er an Rennen in Formel 3 und Formel Renault 2.0 Eurocup teil. 2004 steigt Hamilton dauerhaft in die Formel 3 ein, 2006 wechselt er in die GP2-Serie im Rahmenprogramm der Formel 1. Seine bisher erfolgreichste Saison für MERCEDES AMG PETRONAS ist das Jahr 2014: Schon in den ersten vier Grand-Prix-Rennen der Saison holt Hamilton drei Pole-Positions und fährt drei Siege ins Ziel.
Hans Herrmann
Geboren am 23. Februar 1928 in Stuttgart
Nach dessen Debüt im Motorsport holt Mercedes-Benz Rennleiter Alfred Neubauer den 25-jährigen Hans Herrmann zur Saison 1954 ins Werksteam der Daimler-Benz AG. Beim Großen Preis der Schweiz erreicht Herrmann am 22. August 1954 den 3. Platz. Das Avus-Rennen am 19. September 1954 beenden die Mercedes-Benz Fahrer auf ihren drei Stromlinien-W 196 R mit einem Dreifachsieg in der Reihenfolge Karl Kling, Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann. In der Rennsaison 1955 bestreitet Herrmann insgesamt 8 Sportwagenrennen und 10 Läufe in der Formel 1. Beim Grand Prix von Monaco springt er für Kling ein und wird bei einem Unfall schwer verletzt. Trotz vollständiger Genesung kommt es für ihn nicht mehr zu einem Einsatz für Mercedes-Benz, da sich das Unternehmen im Oktober 1955 aus dem Motorsport zurückzieht. Damit ist Herrmanns Mercedes-Benz Engagement beendet. Er fährt in den folgenden Jahren wieder Renn- und Sportwagen-Wettbewerbe. Nach Einsätzen in der Formel 2 und Formel 1 beendet er 1970 seine Laufbahn mit einem Sieg auf Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans. Bis zum heutigen Tag ist Herrmann für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start.
Klaus Ludwig
Geboren am 5. Oktober 1949 in Bonn
Der von seinen Fans mit dem Ehrennamen „König Ludwig“ ausgezeichnete Rennfahrer und dreifache DTM-Meister Klaus Ludwig beginnt seine Karriere im Motorsport Anfang der 1970er-Jahre mit Slalomrennen, Orientierungsfahrten und Tourenwagenrennen. Zu seinen ersten großen Erfolgen zählen die Meistertitel der Deutschen Rennsport-Meisterschaften (DRM) der Jahre 1979 und 1981 sowie Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in den Jahren 1979, 1984 und 1985. Zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) kommt Ludwig 1985, wo er zunächst für Ford startet und 1988 seinen ersten Titel holt. 1989 wechselt er zum AMG-Mercedes-Team, für das er in den folgenden Jahren bis 1994 zwei Meistertitel (1992 und 1994, Vizemeisterschaft 1991) mit insgesamt 19 Rennsiegen erzielt. 1995 und 1996 fährt er in der ITC (International Touringcar Championship) für das Opel-Team Rosberg. Danach kehrt er zu AMG-Mercedes zurück und gewinnt zusammen mit Ricardo Zonta 1998 die Fahrer- und Teamtrophäe der Internationalen FIA-GT-Meisterschaft. Danach beendet Ludwig offiziell seine Motorsportkarriere, doch im Jahr 2000 startet er wieder bei den neuen Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und beendet die Saison und auch seine Rennfahrerkarriere mit Platz 3 der Gesamtwertung auf Mercedes-Benz CLK-DTM.
Jochen Mass
Geboren am 30. September 1946 in Dorfen, Deutschland
Jochen Mass beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagenrennen für Alfa Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit gewinnt er 1972 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel hierzu startet er in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975 bis 1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March). Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und nach seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass 1989 im Team mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und erringt im gleichen Jahr auch die Vizeweltmeisterschaft. Drei Jahre später, im Jahr 1992, wechselt Mass in das Team-Management der DTM. Bis auf den heutigen Tag geht Jochen Mass für Mercedes-Benz regelmäßig bei historischen Veranstaltungen an den Start.
Sir Stirling Moss
Geboren am 17. September 1929 in London, England
Mit 19 Jahren gewinnt Stirling Moss sein erstes Rennen, wenige Jahre später fährt er bereits in der Formel 1 und kommt 1955 in das Mercedes-Benz Team. Auf dem W 196 R erringt er mehrere zweite Plätze in der Formel 1 und gewinnt den Großen Preis von England in Aintree. Seine größten Erfolge erzielt er jedoch bei Sportwagenrennen: Legendär ist sein Sieg bei der Mille Miglia im Mai 1955 auf Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S) in der Rekordzeit von 10:7:48 Stunden, die bis heute ungebrochen ist. Moss gewinnt 1955 auch die Targa Florio (Sizilien/Italien). In den folgenden Jahren bleibt Moss einer der erfolgreichsten Rennfahrer weltweit. Ein schwerer Unfall zwingt ihn 1962 zum Rückzug aus dem Rennsport. Mit Mercedes-Benz ist er bis heute eng verbunden. Sein Name steht auch für einen Umschwung der Rennbranche hin zu mehr Professionalität: Er war Anfang der 1950er-Jahre der erste Fahrer mit eigenem Manager.
Nico Rosberg
Geboren am 27. Juni 1985 in Wiesbaden
Der Sohn des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters (1982) Keke Rosberg macht als sechsjähriger Kartfahrer erste Erfahrungen im Motorsport. Rosberg erringt im Kartsport zahlreiche Erfolge, unter anderem den Titel eines Vize-Europameisters in der Formel A im Jahr 2000. Ab 2002 startet Rosberg in der Formel BMW, von 2003 an fährt er in der Euroserie der Formel 3 und wechselt 2005 in die GP2-Serie. Im Jahr 2006 steigt Rosberg dann bei Williams in die Formel 1 ein. Als Mercedes-Benz 2010 mit einem eigenen Grand-Prix-Team in die Formel 1 zurückkehrt, wird Nico Rosberg neben Michael Schumacher als Pilot verpflichtet. Er gewinnt 2012 seinen ersten Grand Prix für MERCEDES AMG PETRONAS (China) und fährt 2013 zweimal als Sieger ins Ziel (Monaco und Silverstone, England). 2014 gewinnt Rosberg mit dem neuen MERCEDES AMG F1 W05 HYBRID das Auftaktrennen der Saison in Melbourne, Australien. Bei den folgenden drei Rennen erzielen die Silberpfeile jeweils einen Doppelsieg, bei denen Rosberg hinter seinem Teamkollegen Lewis Hamilton auf Position 2 ins Ziel kommt.
Paul Stewart
Geboren am 29. Oktober 1965 in Dumbarton, Schottland
Der frühere Formel-Rennfahrer Paul Stewart und Sohn des dreifachen Formel-1-Weltmeisters Jackie Stewart erzielt seine ersten Motorsport-Erfolge in der Formel Ford 2000. 1988 gründet er das Team Paul Stewart Racing und knüpft in den britischen Formel-3-Meisterschaften der Jahre 1989 und 1990 und von 1991 bis 1993 in der Formel 3000 daran an. Während dieser Zeit ist er 1991 Teamgefährte von Marco Apicella, 1992 von David Coulthard und 1993 von Gil de Ferran. Danach verabschiedet sich Paul Stewart trotz großer Erfolge aus dem aktiven Motorsport, um sich ab 1994 als Manager seines Teams verschiedenen Aufgaben zu widmen. In den Jahren 1992 bis 1994 sowie 1996 bis 2000 gewinnt das Team acht Formel-3-Meisterschaften. 1996 gründet Paul gemeinsam mit seinem Vater Jackie Stewart das Team Stewart Grand Prix, das von 1997 bis 1999 in der Formel 1 antritt. Ende 1999 übernimmt Ford das Team, das während der Saison 2000 unter dem Namen Jaguar Racing und schließlich ab 2005 unter dem Namen Red Bull Racing weitergeführt wird.
Sir Jackie Stewart
Geboren am 11. Juni 1939 in Milton, Schottland
Die Rennkarriere des dreifachen Formel-1-Weltmeisters John Young „Jackie“ Stewart beginnt 1964 und ist vom Start weg überaus erfolgreich. Schon ein Jahr später fährt er in der Formel 1. Im Jahr 1969 folgt dann der erste ganz große Trimph: Für das Team Matra International gewinnt er die Formel-1-Weltmeisterschaft. 1971 erhält er den Pokal das zweite und 1973 das dritte Mal, in beiden Fällen für das Elf Team Tyrrell. Über 14 Jahre hält er den Rekord für die meisten Formel-1-Siege mit 27 Stück, gebrochen erst im Jahr 1987 von Alain Prost. Immer wieder steigt er auch in anderen Rennserien erfolgreich in die Cockpits. Er beendet seine aktive Laufbahn im Jahr 1973. Aufgrund der häufigen tödlichen Unfälle in der damaligen Zeit wundert es nicht, dass sich Jackie Stewart frühzeitig für mehr Sicherheit im Rennsport einsetzt. 1996 gründet er gemeinsam mit seinem Sohn Paul Stewart das Team Stewart Grand Prix, das von 1997 bis 1999 in der Formel 1 antritt. Ende 1999 übernimmt Ford das Team, das während der Saison 2000 unter dem Namen Jaguar Racing und schließlich ab 2005 unter dem Namen Red Bull Racing weitergeführt wird. Jackie Stewart erhält 1971 für seine Verdienste den Order of the British Empire (OBE).
Karl Wendlinger
Geboren am 20. Dezember 1968 in Kufstein, Österreich
Der Einstieg in den Motorsport gelingt Karl Wendlinger als Vierzehnjährigem im Kartsport. 1989 gewinnt er den Titel in der deutschen Formel-3-Meisterschaft. In den Jahren 1990 bis 1991 gehört der Österreicher neben Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen zum Mercedes-Juniorteam und geht in der Sportwagen-Weltmeisterschaft an den Start. 1991 wechselt er in die Formel 1. Ab 1994 fährt Wendlinger zusammen mit Heinz-Harald Frentzen für das Team Sauber-Mercedes. Es folgen Engagements in der DTM, der Formel 3000 und bei den 24 Stunden von Le Mans. Zu seinen wichtigsten Erfolgen auf der Rennstrecke zählen der Gewinn der FIA-GT-Meisterschaft (1999), der 1. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans in der GTS-Klasse (im gleichen Jahr), der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona im Jahr 2000 und der 2. Platz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (2003). Von 2004 bis 2011 startet Karl Wendlinger in der FIA-GT-Meisterschaft für verschiedene Teams, 2007 wird er Vizemeister mit Jetalliance Racing.